Da ich bei der Antifaschistischen BildungsInitiative Friedberg, AntifaBI, als 2. Vorsitzender im Vereinsregister eingetragen bin, hat nun selbst der blödeste Dorfbulle Zugang zu meinen Adressdaten. Dass eben jene, bzw. deren Kollegen von der Kripo das so schnell missbrauchen, hätte ich nicht gedacht.
Heute Vormittag, während ich erwartungsgemäß in der FH war, besuchten 2 Zivilbeamte meine Eltern & gaben sich sehr kooperativ & freundlich. Man wolle im Guten über mich & mein "linksextremistisches" Engagement sprechen. ich würde mir meine Zukunft verbauen, mehrere Verfahren würden bereits gegen mich laufen, außerdem hatten die Beamten mehrere Bilder von verschiedenen Demonstrationen, auf denen ich oder eine mir möglicherweise ähnlich sehende Person abgebildet war. Außerdem wollten sie wissen, welche Aktionsformen für die (Fake-)Demonstration am 5.11. in Hochweisel geplant seien. Diesbezüglich gab es auch schon Kontaktaufnahmen mit einem anderen Sprecher der Initiative.
Meine Eltern sollten laut Empfehlung der Beamten sich gemeinsam mit mir Gedanken über meine Zukunft machen. Eine Vorladung auf die Wache erfolgte noch am darauffolgenden Tag für den wiederum folgenden Tag. Angeblich ginge es nur um eine Spontan-Demonstration in Hoch Weisel direkt vor die Wohngemeinschaft der Neofaschisten, die Fragen handelten aber eher von den Aktivitäten & Struktur der Initiative. Das Büro des vernehmenden Beamten voller Ordner, die nur auf politische Verfahren schließen ließen. Unter anderem waren Akten zusehen, die jeweils mit Marcel Valery Wöll oder Christian Müller betitelt waren. Vorgeführt wurden mir Bilder, abfotografiert von einem Fernsehbericht oder aus Zeitungsartikeln geschnitten, auf denen ich Beteiligte identifizieren sollte. Ginge es hier ernsthaft um die Vermummung einzelner Demonstrationsteilnehmer, hätten sich Bilder in besserer Qualität sicherlich auftreiben lassen. Diese folgten jedoch später und waren eindeutig aus dem Haus der Nazis geschossen worden. Auf die Frage, wie er zu diesen Bildern gekommen sei, erhielt ich die flapsige Antwort: "Man kooperiere eben". Ein Kommentar dazu ist an dieser Stelle wohl unnötig.
Ebenfalls interessant für die Identifizierung von Demonstrationsteilnehmern wurde plötzlich meine politische Meinung. Auf die Frage, was denn für den Beamten "links" sei, zählte er einzelne Strömungen auf, Faschismus zählte er auch zur linken Bewegung. Solche Ansichten sind gänzlich inakzeptabel und lassen darauf schließen, in welches Licht die Verantwortlichen bei der Polizei antifaschistisches Engagement rücken möchten!
Die Tatsache, dass versucht wird, die Eltern gegen das antifaschistische Engagement in einem angemeldeten, gemeinnützigen Verein, zu deren Bündnispartner auch bürgerliche Gruppierungen wie SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linxpartei, DGB Wetterau, Freiwillige Feuerwehren & ähnliche gehören, aufzuhetzen ist neu und zeigt das Verständnis der Polizei von Antifaschismus. Mit netten, aber untätigen Sonderausschüssen im Kreistag & Informationsveranstaltungen für die direkten Anwohner einer Neo-Nazi-WG kann es aber eben nicht getan sein.
Nationalistische sowie rassistische Positionen sind längst tief in der Gesellschaft verankert, die freien Nationalisten Rhein Main treffen hier in der Wetterau (überhaupt in Deitschland) auf fruchtbaren Boden.
Hier gilt es anzusetzen und breite Kreise der Bevölkerung über die Theorie & Absichten der Neofaschisten aufzuklären & deren Umtrieben entgegen zu treten sowie klarzumachen, wie eng deren Theorie abhängt von den herrschenden politischen Verhältnissen.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, erheblich weitere Kreise der Bevölkerung & besonders Jugendliche über faschistische Ideologien aufzuklären.
Solche Aktionen der Pullizei zeigen aber nur, wie effektiv unsere Arbeit ist und war, wie sehr man um den Ruf der Wetterau bemüht ist und wie hohl die Phrasen der Verantwortlichen sind, wenn sie sich gegen Nazis aussprechen.
Einflussreiche Politiker auf Kreisebene scheinen festgestellt zu haben, dass permanentes Kleinreden und Verschweigen kein Nazi-Problem löst. Eine Zusammenarbeit der Schulen mit unserer Initiative wurde angeboten, ebenso finanzielle Unterstützung.
Es geht nicht um den "guten" Ruf" des Wetterauer Hinterlandes, es geht ums Ganze.
Langgasse wegkürzen, Nationalismus angreifen, die nächste Aktion kommt bestimmt, egal wie oft & wer bei mir aufkreuzt um merkwürdige Vorwürfe zu erheben!
Gruß, Jens
Gemeinnütziger Verein zur Bekämpfung neofaschistischer Umtriebe im Wetteraukreis, gegründet anlässlich der Ansiedelung militanter Neo-Nazi-Kader aus dem Umfeld der "Autonomen Nationalisten Rhein-Main" in Nidderau & später in Butzbach Hoch Weisel.
Die Initiative versteht sich nicht als klassische autonome Antifa-Struktur, da diese im eher konservativ-geprägten Raum nicht erfolgreich genug arbeiten könnte. Besondere Schwerpunkte liegen in der Aufklärung über die neofaschistische Theorie & der davon ausgehenden Gefahr.
Zusammenarbeit mit typisch regionalen Strukturen wie den Freiwilligen Feuerwehren, Sportvereien, aber auch bürgerlichen Parteien, Gewerkschaften & einer Vielzahl von Initiativen & Verbänden.
Weitere Informationen über die Nazi-WG in Butzbach/Hoch-Weisel gibt es auch bei der Antifa Wetterau und der Hessenschau